Modelkarriere ohne Ablaufdatum: Was wirklich zählt – auf und abseits des Sets


Svenja Holtmann hat nicht geplant, Model zu werden. Ihre Mutter hat sie zu einem Wettbewerb in Hamburg angemeldet, sie hat ihn gewonnen – und wenige Wochen später saß sie im Flieger nach Mailand. Seitdem sind fast zwei Jahrzehnte vergangen. Im Gespräch mit The Model Institute by Most Wanted Models erzählt Svenja, was eine Karriere wirklich trägt – und was sie fast zum Aufhören gebracht hätte.

Der Start: ins kalte Wasser

Mailand, 2007. Kein Smartphone, kein Navi – nur ein Stadtplan und zwei Zettel mit Casting-Adressen. „Dann haben die mir einen Stadtplan in die Hand gedrückt und eine zwei Zettel voll mit Adressen und haben dann gesagt, see you later.“ Das war der Einstieg in eine internationale Modelkarriere.

Was folgte: Paris, London, Barcelona, Istanbul, Tel Aviv, Kapstadt, Sydney, Miami. Immer mit dem Koffer, immer wieder in einer neuen Stadt. Und irgendwann kannte sie jede kleine Nebenstraße Mailands – und hatte mehr Länder gesehen als die meisten Gleichaltrigen.

Körperdruck: ehrliche Einordnung

Was damals in Mailand und Paris parallel lief, spricht Svenja direkt an. Bei jeder Castings-Runde in der Agentur wurde der Hüftumfang gemessen. Der Druck war unterschwellig aber konstant. „Ich war von Natur aus nie so, dass ich essen kann was ich will. Das war ein Kampf gegen den eigenen Körper.“

Was sie selbst beobachtet hat: Models, die den ganzen Tag ausschließlich Energy Drinks getrunken haben. Models, die am Tisch die Pizza in eine Serviette gespuckt haben. „Es war wirklich ganz, ganz schlimm.“

Sie sagt dazu auch klar: Das ist 15 Jahre her. Wie es heute ist, kann sie nicht beurteilen. Aber sie weiß, was es gebraucht hätte – Vorbereitung, Wissen über die eigenen Rechte, und jemanden, der einem sagt, dass man sich das nicht gefallen lassen muss. Genau das ist der Ansatz, den Most Wanted Models mit The Model Institute by Most Wanted Models verfolgt: präventiv, nicht erst wenn das Problem da ist.

Das Highlight: Raffaello auf den Malediven

Gefragt nach dem schönsten Job ihrer Karriere, fällt die Antwort sofort: die Werbekampagne für Ferrero Raffaello. Anreise per Wasserflugzeug auf ein Atoll, eine eigene Villa über dem Wasser für jeden aus dem Team. „Das war halt traumhaft schön.“ Und gleichzeitig ein Bild, das das Modeln gut zusammenfasst: außergewöhnliche Orte, außergewöhnliche Erlebnisse – aber man ist alleine dabei.

Schwangerschaft und Modeln

Svenja hat während ihrer zweiten Schwangerschaft mehr Jobs gemacht als erwartet. „Irgendwie sind echte Schwangere gefragt, habe ich das Gefühl.“ Werbung, Sportklamotten, Shootings – der Kalender war voll. Was sie auch beobachtet: wo früher Models mit umgebundenem Kunstbauch fotografiert wurden, werden heute echte Schwangere gebucht. Authentizität ist kein Trend mehr – sie ist Standard.

Auch als junge Mutter hat sie weitergemacht. Baby mitgenommen, Kunden informiert, gestillt zwischen den Sets. „Die meisten hatten kein Problem damit.“ Modeln lässt sich integrieren – in Lebensphasen, die man sich vorher nie vorgestellt hätte.

Kein Ablaufdatum

Svenja ist heute 33 und arbeitet immer noch als Model. Was sie am Anfang dachte: ein paar Jahre nach dem Abitur, dann etwas Bodenständiges. Was tatsächlich passiert ist: die Karriere ist gewachsen. Kommerziell ausgerichtete Models – also Typen, die für Marken buchen statt für reine Editorial-Strecken – können deutlich länger aktiv bleiben als oft angenommen.

Ihr Rat: mehrere Agenturen, die man gut kennt. Nicht alles auf eine Karte setzen. Und immer wieder prüfen, in welchen Märkten und Ecken des Landes man noch nicht vertreten ist. „Ich habe mich selbst breit aufgestellt. Das würde ich auch allen Mädels raten.“

Fazit

Eine Modelkarriere hat kein automatisches Ablaufdatum. Was sie trägt, ist nicht der perfekte Einstieg oder das perfekte Maß – sondern Selbstkenntnis, Vorbereitung und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln. Most Wanted Models begleitet Models genau dabei: vom ersten Schritt bis zu Karrierephasen, die viele gar nicht für möglich halten.