Yoga für Models: Warum es mehr ist als ein Ausgleichssport
Yoga klingt nach Entspannung. Was es tatsächlich ist, erklärt Marina – Model und zertifizierte Yoga-Lehrerin, Coach im Rahmen von The Model Institute by Most Wanted Models – lieber an konkreten Mechanismen: Cortisol, Muskelstruktur, Präsenz. Wer das einmal verstanden hat, sieht Yoga anders.
Wie Marina zum Yoga kam – und warum sie geblieben ist
Marina wurde klassisch entdeckt – angesprochen auf einer Messe, danach direkt nach Mallorca gebucht. Der Start war gut. Was folgte, war weniger einfach: In Mailand begann sofort der Druck auf Körper und Maße. Abnehmwünsche, Sportanforderungen, Schönheitsoperationen als Empfehlung. „Als ich das gleich zu hören bekam, ging natürlich erstmal die Laune in den Keller – aber auch das Mindset.“
Die Wende kam in Kapstadt, 2010. Eine Freundin nahm sie mit zum Yoga. Marina, die sich bis dahin immer als zu energiegeladen für ruhige Sportarten beschrieben hatte, ging mit – und kam nach der ersten Stunde als ein anderer Mensch heraus. Sie kaufte eine Zehnerkarte. Und konnte nach zehn Tagen nicht mehr aufhören.
Was Yoga physiologisch bewirkt
Der wichtigste Mechanismus für Models, die täglich auf Castings sind: Cortisol. Das Stresshormon, das bei dauerhafter Belastung ausgeschüttet wird, setzt sich bevorzugt am Bauch an. Wer Stress nicht aktiv reguliert, kämpft gegen einen physiologischen Kreislauf – kein Diätplan hilft dagegen.
Yoga reduziert Cortisol – durch Atemübungen, Meditation und Bewegung. „Wenn man seinen Stressfaktor reduziert, geht man ganz anders in den Tag. Und dadurch verändert sich dann auch der Körper.“
Der zweite Mechanismus: Muskelstruktur. Yoga baut keine Muskelmasse auf, die nach außen sichtbar ist – sondern definiert die tiefer liegenden, inneren Muskelstrukturen. „Die Lean Muscles, die unteren, die inneren Strukturen – die werden stabilisiert und definiert.“ Das Ergebnis ist Schlankheit und Körperspannung ohne das Volumen, das ein klassisches Kraft-Workout erzeugt.
Präsenz beim Casting
Ein konkreter Vorteil, den Marina beschreibt: Castings sind Stresssituationen. Nervosität blockiert Präsenz. Models, die angespannt sind, zeigen es – ob sie wollen oder nicht.
Atemtechniken und Meditationsansätze aus dem Yoga helfen direkt: runterfahren vor dem Casting, fokussieren auf den Moment, bewusst in den Körper kommen. „Wenn man in seinen Körper kommt und weiß, ich bin da und ich bin gut – das spüren Kunden.“
Das funktioniert auch umgekehrt: wer morgens um sechs aufstehen muss und sich träge fühlt, kann sich mit kurzen Aktivierungsübungen in den Tag bringen. Keine 60-Minuten-Session notwendig – Atmung, Fokussierung, fünf Minuten reichen für den Effekt.
Yoga auf Reisen: kein Hindernis
Eine der häufigsten Ausreden – keine Matte, kein Studio, kein Platz. Marina räumt das direkt aus dem Weg. Eine Travel-Yogamatte passt in jeden Koffer. Ein Handtuch tut es auch. Wer eine Körperlänge Platz hat, kann Yoga machen. „Du kannst wirklich überall und in jedem Raum Yoga machen.“
Und wer gar keinen Platz hat: Yoga ist nicht nur Asana. Atemübungen, Meditation, das bewusste Ausrichten des eigenen Mindsets am Morgen – all das ist Yoga. Auch im Hotelbett vor dem Aufstehen.
Emotionen zulassen – kein Zeichen von Schwäche
Ein Aspekt, den Marina ohne Umwege anspricht: Im Yoga können Emotionen hochkommen, die sich im Körper festgesetzt haben. Das ist keine Fehlfunktion, sondern ein Zeichen, dass etwas losgelassen wird.
„Es gibt in unserem Körper Punkte, an denen wir etwas festhalten – unbewusst. Wenn das durch Übungen gelöst wird, kann das passieren, dass ein paar Tränen fließen. Das ist vollkommen in Ordnung.“ Wer lernt, damit umzugehen, trägt einen leichteren Rucksack – nicht weil das Leben leichter wird, sondern weil der Umgang mit dem, was kommt, anders wird.
Was im The Model Institute by Most Wanted Models angeboten wird
Marina arbeitet mit Models individuell – je nach dem, was gerade gebraucht wird: Stressreduktion, Körperspannung, Präsenzarbeit, Atemtechniken oder emotionale Stabilisierung. Kein festes Programm, sondern Einzelarbeit, die sich an der aktuellen Situation orientiert.
Most Wanted Models integriert dieses Angebot bewusst: Ein Model, das körperlich und mental stabil ist, arbeitet besser, hält länger durch – und macht auf dem Set einen anderen Eindruck.