Finanzen, Versicherungen und Vorsorge: Was selbstständige Models wirklich brauchen
Finanzen, Versicherungen, Vorsorge – Themen, die die meisten Models so lange wie möglich aufschieben. Jan Fries, Finanzberater und Coach im Rahmen von The Model Institute by Most Wanted Models, erklärt, warum das ein Fehler ist – und was selbstständige Models konkret regeln müssen.
Die Ausgangslage: selbstständig ohne Netz
Models sind in der Regel selbstständig. Das bedeutet: keine automatische Rentenversicherung, keine betriebliche Krankenversicherung, kein Arbeitgeber, der die Hälfte der Sozialabgaben übernimmt. Wer das nicht aktiv regelt, hat am Ende des Monats vielleicht gut verdient – und trotzdem keine Absicherung.
„Keiner mag es, alle müssen es“, bringt Jan das Thema auf den Punkt. Die gute Nachricht: Es ist nicht kompliziert, wenn man früh anfängt. Die schlechte: Wer es jahrelang aufschiebt, holt die verlorene Zeit nicht mehr auf.
Krankenversicherung: erste Pflicht
Die Krankenversicherung ist die dringlichste Frage für jedes Model, das selbstständig arbeitet. Zwei Optionen: gesetzlich oder privat.
Gesetzlich versichert zu bleiben ist bis 25 über die Eltern möglich – danach nicht mehr. Wer in die private Krankenversicherung wechselt, zahlt anfangs oft weniger, muss aber langfristig denken: Im Alter steigen die Beiträge, und zurück in die gesetzliche Kasse kommt man nicht ohne weiteres.
Für Models mit unregelmäßigem Einkommen – viel in einem Monat, wenig im nächsten – ist die Beitragsbemessung in der gesetzlichen KV oft günstiger, weil sie am Durchschnittseinkommen orientiert ist. Jan empfiehlt: frühzeitig vergleichen, nicht spontan entscheiden.
Altersvorsorge: je früher, desto besser
Der häufigste Fehler: Altersvorsorge auf „später“ verschieben. Der Zinseszinseffekt funktioniert nur mit Zeit. Wer mit 20 anfängt, 100 Euro monatlich zurückzulegen, hat mit 67 ein Vielfaches dessen angespart, was jemand hat, der mit 40 startet und doppelt so viel einzahlt.
Für Selbstständige gibt es mehrere Wege: die Rürup-Rente (steuerlich absetzbar, besonders für höhere Einkommen interessant), ETF-basierte Sparpläne (flexibel, niedrige Kosten), oder die freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung. Was passt, hängt vom Einkommen, der Risikobereitschaft und dem Zeithorizont ab.
Jan macht keinen Unterschied bei seinen Kunden – ob Schüler, Student oder gut verdienender Profi. „Der Beginn des Sparens ist immer sinnvoll. Auch wenn es am Anfang sehr wenig ist.“
Steuern: was selbstständige Models wissen müssen
Wer selbstständig Geld verdient, muss Einkommensteuer zahlen – und wenn der Umsatz über der Kleinunternehmergrenze liegt, auch Umsatzsteuer abführen. Wer das nicht von Anfang an im Griff hat, sitzt am Jahresende vor einer Nachzahlung, die schmerzt.
Grundprinzip: von jedem Honorar sofort einen Teil zurücklegen. Je nach Einkommenshöhe zwischen 20 und 35 Prozent. Nicht ausgeben, nicht investieren – parken, bis der Steuerbescheid kommt. Wer das konsequent macht, hat nie ein Problem.
Betriebsausgaben können die Steuerlast senken: Fahrtkosten, Materialien, Weiterbildungen, anteilige Handykosten. Dafür braucht es Belege. Jan empfiehlt, von Anfang an sauber zu dokumentieren – ein einfaches Ausgabenblatt reicht für den Start.
Berufsunfähigkeit: unterschätzt und wichtig
Was passiert, wenn ein Model durch Unfall oder Krankheit nicht mehr arbeiten kann? Wer keine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, hat im Zweifel gar nichts. Die staatliche Erwerbsminderungsrente greift nur unter engen Voraussetzungen und ist in der Regel sehr niedrig.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte so früh wie möglich abgeschlossen werden – die Beiträge sind im jungen Alter günstig, und Vorerkrankungen werden noch nicht angerechnet. Wer wartet, zahlt mehr oder bekommt Ausschlüsse.
Haftpflicht und Auslandsschutz
Zwei Versicherungen, die günstig sind und trotzdem oft fehlen: Privathaftpflicht und Auslandskrankenversicherung. Die Privathaftpflicht deckt Schäden, die man anderen versehentlich zufügt – für wenige Euro im Monat. Die Auslandskrankenversicherung ist Pflicht für jeden, der auf Auslandsaufenthalten oder für internationale Jobs unterwegs ist. Die gesetzliche KV zahlt im Ausland nur eingeschränkt – wer dort krank wird oder einen Unfall hat, steht ohne Zusatzversicherung schnell vor horrenden Kosten.
Was Jan konkret anbietet
Jan berät Models über The Model Institute by Most Wanted Models zu allen Themen rund um Finanzen, Versicherungen und Vorsorge – individuell, ohne Standardlösung. Der erste Schritt ist immer eine Bestandsaufnahme: Was ist vorhanden, was fehlt, was kostet am meisten Geld, wenn es fehlt?
Most Wanted Models ermöglicht seinen Models diesen Zugang – weil finanzielle Stabilität die Grundlage dafür ist, dass eine Modelkarriere nachhaltig funktioniert.