Auslandsaufenthalt als Model: Warum er wichtig ist und wie er funktioniert


Wer als Model international Fuß fassen möchte, kommt an Auslandsaufenthalten kaum vorbei. Was nach Abenteuer klingt, ist in der Praxis eine strategische Entscheidung – mit klaren Voraussetzungen. Doreen Leifheit, Inhaberin von Most Wanted Models, erklärt, warum Auslandsaufenthalte förderlich sind und was Models dabei wissen müssen.

Warum der Auslandsaufenthalt die Karriere voranbringt

Der deutsche Markt ist ein Direktbuchungsmarkt – Kunden entscheiden auf Basis von Material. Wer regelmäßig international gearbeitet hat, bringt mehr und vielfältigeres Material mit: andere Lichtstimmungen, andere Settings, andere Shooting-Kulturen. „Die Kunden lieben Material am Strand oder sowas. Es ist einfach Erfahrung“, sagt Leifheit. Wer zehn Jahre lang nur im Studio in Deutschland gearbeitet hat, hat ein entsprechend enges Portfolio.

Dazu kommt: Internationale Märkte wie Spanien, Mailand oder Kapstadt haben eine eigene Casting-Kultur. Dort finden tatsächlich Live-Castings statt – und die Kunden lernen ein Model über mehrere Begegnungen kennen. „Beim ersten Mal bist du auf dem Casting, beim dritten Mal wirst du einfach anders gebucht“, so eine Erfahrung aus der Praxis.

Mindestaufenthalt: warum kürzer selten sinnvoll ist

Wer für vier Wochen ins Ausland fährt und nach dem ersten Job heimfliegen will, verliert meist Geld. Flugticket, Visum, Unterkunft – die Anfangskosten sind unabhängig von der Aufenthaltsdauer. In den ersten zwei bis drei Wochen laufen Castings, erste Buchungen kommen verzögert. „Dann sind schon drei Wochen rum, du hattest einen Job – dann war es sinnlos“, erklärt Leifheit.

Für Märkte mit Visumspflicht – wie Kapstadt oder Asien – sind drei Monate der sinnvolle Mindestzeitraum. Das Visum wird von der Mutteragentur zusammen mit der lokalen Partneragentur organisiert.

Was die Mutteragentur übernimmt

Flug, Unterkunft und lokale Vermittlung werden über die Mutteragentur koordiniert. Die Kosten werden dabei in der Regel vorgestreckt – meist Flug oder Unterkunft, selten beides. „Alles drei auf einmal kriegt man nicht“, so Leifheit. Was vorgestreckt wird, wird aus späteren Buchungen wieder verrechnet. Pocket Money gibt es je nach Vereinbarung, ist aber nicht Standard.

Praktische Vorbereitung: was wirklich zählt

Finanzen und Zahlungsmittel: Bargeld ist riskant – wer es verliert, hat ein Problem. Eine Kredit- oder Debitkarte ist Standard. Wichtig: Die Hausbank vorher informieren, damit Zahlungen im Ausland nicht gesperrt werden.

Dokumente: Reisepass kopieren oder einscannen und sicher ablegen – Dropbox, Cloud, an die Eltern schicken. Wer seinen Pass verliert und keine Kopie hat, steht im Ausland vor einem ernsten Problem.

Handy und Daten: In vielen Ländern ist Roaming teuer. Eine lokale SIM-Karte ist die günstigere Lösung. Die WhatsApp-Nummer auf der deutschen SIM bleibt erhalten – die SIM wird nur gewechselt.

Gepäck: Bequeme Schuhe für Castings, zwei bis drei vielseitige Outfits, eine einfache Make-up-Grundausstattung. Teurer Schmuck und auffällige Taschen gehören nicht in ein Model-Apartment mit wechselnden Mitbewohnern.

Versicherung: Eine Auslandskrankenversicherung ist Pflicht. Eine Reiserücktrittsversicherung ist günstig und sinnvoll – gerade wenn Flüge schon gebucht sind und eine Erkrankung kurzfristig alles durchkreuzen kann.

Fazit

Ein Auslandsaufenthalt ist für eine Modelkarriere mehr als ein Nice-to-have – er bringt Material, Markterfahrung und Buchungen, die im Inland so nicht entstehen. Wer ihn richtig plant, mit ausreichend Zeit und guter Vorbereitung, kommt mit echtem Mehrwert zurück. Die Modelagentur koordiniert dabei Visum, Unterkunft und Vermittlung – damit Models sich auf die Arbeit konzentrieren können.