Hände tragen Creme auf, dahinter ein Serum und ein Tiegel auf hellem Untergrund.

Der Körper als Instrument: Was Models über Pflege und Gesundheit wissen müssen


Der Körper ist das Arbeitsgerät eines Models. Was für andere Berufe optional ist, ist hier Voraussetzung – und betrifft mehr als nur das Offensichtliche. Doreen Leifheit, Inhaberin von Most Wanted Models, spricht darüber, was Kunden voraussetzen, ohne es je auszusprechen.

Was der Kunde erwartet – ohne es zu sagen

Kein Kunde wird beim Booking explizit nach gepflegten Händen oder frisch geschnittenem Haar fragen. Er setzt es voraus. „Gepflegtes Äußeres setzt der Kunde voraus. Dafür buche ich ein Model“, sagt Leifheit. Wer mit abgekauten Fingernägeln oder rissigen Füßen am Set erscheint, gefährdet nicht nur diesen Job – sondern den nächsten Vorschlag.

Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Ein Model, das im Winter immer Boots trägt, denkt vielleicht, Fußpflege kann warten. Dann kommt kurzfristig ein Wäsche-Shooting. Die Basics – gepflegte Hände, Füße, Zähne, frisches Haar – sind keine Kür. Sie sind der Eintritt.

Haut, Ernährung und was dahintersteckt

Unreine Haut ist eines der häufigsten praktischen Probleme am Set. Make-up-Artist und Fotograf können vieles ausgleichen – aber nicht alles. Wer regelmäßig mit Hautproblemen kämpft, sollte die Ursache suchen, nicht nur die Symptome kaschieren.

Ernährung spielt dabei eine größere Rolle als viele denken – auch auf die Psyche. Unverträglichkeiten, Nährstoffmängel, Vitamindefizite lassen sich durch einfache Bluttests klären. „Wir wohnen hier in Deutschland, es ist wieder mal grau draußen – dabei hat man bloß einen Vitamin-D-Mangel“, so Leifheit. Wer weiß, was im eigenen Körper vorgeht, kann gezielt handeln.

Mentale Gesundheit ist kein Soft Skill

Wer gestresst oder mental belastet am Set ankommt, kann nicht performen. Das ist keine Frage von Professionalität allein – es ist physiologisch. Mentale und körperliche Gesundheit sind nicht trennbar.

Wege dorthin beschreiben zwei weitere Beiträge aus dem Model Institute: Yoga für Models und Holistische Gesundheit im Modelberuf.

Was hilft: Abstand vom Thema Model. Hobbys, Freunde, Interessen außerhalb der Branche. „Habt auch noch andere Themen im Leben, die euch erfüllen. Schaut, dass ihr da Wege findet, die euch glücklich machen, was nicht nur von einer Buchung abhängt.“ Sport als Ausgleich, nicht als Pflicht. Lockerheit statt Verbissenheit – die merkt der Kunde.

Was sich vor einer Buchung vorbereiten lässt

Vieles davon lässt sich planen, statt es dem Zufall zu überlassen. Was Booker in der Praxis immer wieder ansprechen:

  • Hände und Füße dauerhaft in Ordnung halten, nicht erst auf Ankündigung. Wäsche- und Beautyjobs kommen oft kurzfristig, und Pflege lässt sich nicht über Nacht nachholen.
  • Haarschnitt und Farbe nicht kurzfristig ändern, ohne die Agentur zu informieren. Gebucht wird nach Sedcard und Polaroids; weicht das Aussehen am Set davon ab, ist die Besetzung hinfällig. Was auf die Sedcard gehört und wie aktuell sie sein muss, steht in Was gehört auf eine Sedcard.
  • Aktuelle Polaroids bereithalten. Sie zeigen den Ist-Zustand ohne Bearbeitung und sind bei Direktbuchungen oft das entscheidende Material – siehe Polaroids als Model richtig machen.
  • Sichtbare Veränderungen vorher ansagen. Sonnenbrand, frische Tattoos, Piercings oder Blutergüsse schließen bestimmte Jobs aus. Wer so etwas plant, sagt es rechtzeitig.

Das sind keine Schönheitsfragen, sondern Fragen der Planbarkeit. Ein Model, dessen Zustand verlässlich dem Material entspricht, wird häufiger vorgeschlagen.

Fazit

Eine Modelagentur kann Models vorschlagen, Kunden überzeugen und Buchungen organisieren. Was sie nicht leisten kann: die tägliche Arbeit am eigenen Körper und an der eigenen mentalen Stabilität. Unterstützung dabei bietet die Weiterbildung über das Model Institute. Wer diese Grundlagen ernst nimmt, bringt die beste Voraussetzung mit – nicht nur für den nächsten Job, sondern für eine nachhaltige Karriere.